Aktuelles
Jahresbericht 2025
Der Jahresbericht 2025 ist erschienen.


Neuer Podcast: Hans Keilson – Ein Jahrhundert zwischen Medizin und Literatur
Das ist die Geschichte eines Mannes, der Arzt und Schriftsteller war. Er lebte 101 Jahre und erlebte dabei alle Höhen und Tiefen des 20. Jahrhunderts mit: Als Jude verfolgt, emigrierte Hans Keilson (1909 – 2011) 1936 in die Niederlande, wo er im Untergrund die deutsche Besatzung überlebte. Sein Roman „Der Tod des Widersachers“, den er während der Besatzungszeit im Verborgenen schrieb, wurde zum Bestseller.
Nach 1945 wurde Keilson Psychiater und Psychoanalytiker. Seine Langzeituntersuchung „Sequentielle Traumatisierung bei Kindern“ (1979) zum Schicksal jüdischer Kriegswaisen gilt als Standardwerk der Traumaforschung.
Wir sprechen mit Marita Keilson über den Schriftsteller, Dichter, Psychiater und Psychoanalytiker Hans Keilson.
Zum Podcast Gesichter der Geschichte

Das Episodenbild zeigt Hans Keilson, ca. 1990, Quelle: Privatbesitz, Fotografin: Marita…

Das Episodenbild zeigt Hans Keilson, ca. 1990, Quelle: Privatbesitz, Fotografin: Marita Keilson-Lauritz (geb. 1935).
Workshop: Zwei Kulturen? – Der Umgang mit der NS-Vergangenheit in den Geistes- und den Naturwissenschaften, 21.-22.10.2026
Organisation: Prof. Dr. Peter Hoeres / Dr. Susan Splinter / Dr. Stefan Jordan (Abteilung NDB-online)
Veranstaltungsort: Bayerische Akademie der Wissenschaften, München, Bibliothek
Um verbindliche Anmeldung bis 1. Oktober 2026 unter info(at)hk.badw.de wird gebeten.
Akten der Reichskanzlei 1919-1939 nun online recherchierbar
Das digitale Portal zur Reichskanzlei liegt nun in erweiterter Fassung mit mehr als 6.000 Dokumenten vor.
Die „Akten der Reichskanzlei“ sind in einer weiterentwickelten Online-Edition erschienen. Damit kann nun in Dokumenten der Regierungen der Weimarer Republik und der ersten Jahre der NS-Zeit, insgesamt von 1919 bis 1939, recherchiert werden: Neu im Portal ist die Zeit der Regierung unter Adolf Hitler für die Jahre 1933 bis 1939. Der Web-Auftritt umfasst jetzt mehr als 6.000 wissenschaftlich kommentierte Dokumente zur ersten deutschen Demokratie und zum NS-Staat.
Die Online-Präsentation entstand in Zusammenarbeit der beiden herausgebenden Institutionen, der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (HiKo) und dem Bundesarchiv. Die zugrundeliegende Datenmodellierung und technische Infrastruktur ist Teil einer Kooperation zwischen Bundesarchiv und Berlin-Brandenburgischer Akademie der Wissenschaften (BBAW). Das Frontend erstellte die Conet Deutschland GmbH.
Zum Bericht und zur Aufzeichnung der Präsentation am 22.4.2026, BBAW
Zuwahl 2026: Michaela Geierhos
Die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (HiKo) hat am 4. März 2026 Michaela Geierhos zum ausserordentlichen Mitglied gewählt.


Neuerscheinungen

Die Nebenregierung. Eine Geschichte der Ministerpräsidentenkonferenz. Ariane Leendertz, Hamburger…

Die Nebenregierung. Eine Geschichte der Ministerpräsidentenkonferenz. Ariane Leendertz, Hamburger Edition, Hamburg 2026, 504 Seiten, gebunden mit SU, 14 Abb, EUR 40,00, ISBN 978-3-98722-010-4
In der Hochphase der Coronakrise stand die Ministerpräsidentenkonferenz urplötzlich im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. In kurzen Abständen trafen sich die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten untereinander und mit der Bundeskanzlerin, um sich auf immer weitere Maßnahmen des Infektionsschutzes zu einigen. Doch das war keine neue Form der Zusammenarbeit. Die Ministerpräsidentenkonferenz existiert seit 1954. Bereits in den 1960er Jahren wurde sie zu einem zentralen Akteur der nationalen Politik. Trotzdem lag sie bislang im toten Winkel der Forschung. Dieses Buch ändert das.
Ariane Leendertz zeichnet nach, wie die Ministerpräsidentenkonferenz zu einem mächtigen politischen Akteur aufstieg und zu einem zentralen Knotenpunkt politischer Entscheidungen und Verhandlungen in der Bundesrepublik wurde. Die MPK trug maßgeblich dazu bei, dass in Deutschland ein hochgradig verflochtener Bundesstaat entstand, in dem die vielen Akteure zur Kooperation verdammt waren. Auch der entscheidungsfreudigste Kanzler konnte hier nicht einfach durchregieren. Als Institution verkörpert die MPK bis heute eine politische Kultur, in der die Suche nach Konsens, Kompromissen und nach bundeseinheitlichen Regelungen einen äußerst hohen Stellenwert haben.

Bd. 118: Zwischen den Kriegen, zwischen den Zeilen. Leben und Werk von Felix Hartlaub…

Bd. 118: Zwischen den Kriegen, zwischen den Zeilen. Leben und Werk von Felix Hartlaub (1913-1945). Harald Tausch, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2026, 624 Seiten, 11 s/w-Abb., geb. EUR 80,00, ISBN: 978-3-525-37111-4.
Felix Hartlaub arbeitete offiziell als Kriegshistoriker und heimlich als Schriftsteller im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“. Gleichzeitig arbeitete er dem Widerstand zu. In seinen literarischen Skizzen geht es um die Frage, die ihn auch als Wissenschaftler beschäftigte: „Wie war es möglich?“ Der Kriegshistoriker, Schriftsteller und Mitarbeiter am Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht, Felix Hartlaub, wird von der Forschung als einer der kritischsten Beobachter des „Dritten Reiches“ eingeschätzt. Von der Literaturwissenschaft wird er zudem als die stärkste, wenn auch ohne Öffentlichkeit verbleibende literarische Stimme seiner Generation entdeckt. Die Biografie zeichnet den Werdegang des Nonkonformisten unter der nationalsozialistischen Diktatur aus den handschriftlichen Quellen nach und beleuchtet erstmals die Umstände, unter denen er 1945 „verschwand“: Sie betrachtet die späte Weimarer Republik, die Rolle des 1933 von den Nazis entlassenen Vaters, systemkritische Zirkel unter der Diktatur, Hartlaubs Studienorte sowie die Arbeit einer Archivkommission des Auswärtigen Amtes im von der Wehrmacht besetzten Paris, die im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ entstehende Geschichtsschreibung des Zweiten Weltkriegs und mehrere Widerstandskreise, darunter die ‚Rote Kapelle‘ um Harro und Libertas Schulze-Boysen.
Die wissenschaftliche Korrespondenz des Historikers Karl Hegel. Eine digitale historisch-kritische Quellenedition. Bearbeitet von Marion Kreis und Helmut Neuhaus
Die Edition der Briefe von und an Karl Hegel (1813-1901) geht auf von Helmut Neuhaus (Erlangen) initiierte Forschungen anlässlich dessen 100. Todestages 2001 zurück. Wesentliche Impulse erhielt die Erschließung seines wissenschaftlichen Briefwechsels dann durch die Erlanger Dissertation von Marion Kreis „Karl Hegel. Geschichtswissenschaftliche Bedeutung und wissenschaftsgeschichtlicher Standort“ (2012). Ermöglicht wurde das Vorhaben der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (HiKo) schließlich durch eine großzügige DFG-Förderung (2017-2023). Die rein digitale Edition entstand in einer von der Historischen Kommission hierfür angepassten Version des Oxygen XML Editors (Matthias Reinert/Maximilian Schrott).

